„Nägel mit Köpfen“ – was bleibt?

Was bleibt? Die zukünftigen (Stülp-) „Nägel mit Köpfen“?!

Trotz aller Heterogenität in den Biographien fühlen sich auch HEUTE noch viele Familienmitglieder herausgefordert, „Nägel mit Köpfen“ zu machen: sie übernehmen in der und für die Gesellschaft Verantwortung und sind zugleich der
Familie verpflichtet: die eigenen Taten adeln, nicht das Blut! Nun ist dem Adel ein gewisser Hang zum Konservativen nicht abzusprechen. Aber konservativ sein heißt ja nicht, rückwärtsweisenden Vorstellungswelten anzuhängen, sondern – wie es Theodor Fontane formuliert hat – Altes mit Neuem zu verbinden.
Hier stellt das neue Namensrecht eine besondere Herausforderung im Rahmen der Fortführung der Familienchronik und des Stammbaums sowie der Einbindung der verschiedenen Zweige dar. Gleichzeitig wird die Familiengeschichte durch ihre Vielfalt immer lebendiger, was es zu nutzen gilt. Die neuen Kommunikationsmedien bieten hier völlig andere und neue Vernetzungsmöglichkeiten als bisher.

HEUTE wird der Bruch mit der Trias der traditionellen Adelsberufe in Landwirtschaft, Verwaltung und Militär in der Familie vor allem als Chance für eine vielfältigere Ausbildung und Berufswahl gesehen und auch wahrgenommen.

HEUTE geht der Handlungsradius der Familie weit über Lindhorst und die Uckermark, über Deutschland und Europa hinaus. Die bürgerlichen  Familienmitglieder erweitern dabei den Kreis der in der Welt agierenden Namensträger erheblich. Gleichzeitig vollzieht sich eine „Konzentration nach innen“: der Familienverband wird zum Handlungsraum, der die Familienmitglieder sammelt. So definiert sich die Familie seit 1945 maßgeblich über familiale Kriterien als „Erinnerungsund Erzählgemeinschaft“, in der sich z.B. der Blick von einer anfangs vorherrschenden Verfallsgeschichte der Herrenhäuser und ihren Sammlungen hin zu Möglichkeiten des achtsamen Bewahrens des Erbes und eines behutsamen Engagements in der Region verschiebt, wie man beispielsweise in Lindhorst eindrücklich sehen kann. Zugleich bietet gerade der jüngst begonnene Weg der Familie in die Welt eine besondere Chance für die Begegnung und den Austausch über nationale und kulturelle Grenzen hinaus.