Talent kennt kein Geschlecht!

Die gesellschaftliche Beachtung für eine adlige Frau galt zumeist ihrer Rolle, kaum ihren individuellen Talenten und Fähigkeiten. Deswegen sind auch unter den Frauen der Familie v. Stülpnagel die besonderen Begabungen und Charaktere oft verborgen geblieben. Über eine besondere Begabung verfügte Malwine v. Stülpnagel, Ehefrau von Friedrich v. Stülpnagel (XII/134, 1847-1914). Obwohl sie über keine künstlerische Ausbildung verfügte, kopierte sie alles, was sie an Familienbildern in ihre Hände bekam. Damit hinterließ sie der Familie vor allem zahlreiche Ahnenbilder. Mit vielen Bildern widmete sie sich Lindhorst und der angrenzenden Landschaft, aber auch Kunstwerke und Bilder aus Museen wurden von ihr nachgebildet bzw. kopiert. Für Ihre Bilder verwendete sie unterschiedliche Materialien und arbeitete mit verschiedenen Techniken. Scherenschnitte gehörten ebenso wie Radierungen zu ihrem künstlerischen Schaffen. Die meisten Gemälde und Ahnenbilder wurden in den Familien weitergegeben Die nachfolgenden Bilder und Abbildungen stammen, soweit sie nicht in die Familienchroniken Eingang gefunden haben, aus dem Privatbesitz von Friedhelm v. Stülpnagel (XV/299)
Malwine starb am Abend des 8. April 1931 nach kurzer Krankheit.
Leider existieren nur noch wenige ihrer Werke im Original.