Ursula Jansen-v. Stülpnagel, geb. v. Stülpnagel [XIV/247] (1913-1962)

Das Märchen von der weiblichen Bildungsunfähigkeit

Ursula Jansen-v. Stülpnagel, geb. v. Stülpnagel (XIV/247, 1913-1962)

Heute ist es völlig normal, dass Frauen eine akademische Laufbahn einschlagen, doch erst 1909 war es Frauen an allen deutschen Universitäten gestattet zu studieren. Ausgerechnet eine Frau erwirbt als erstes Mitglied der Familie den Doktorgrad.

Ursula Jansen-v. Stülpnagel, geb. v. Stülpnagel, Tochter von Otto Gottlob v. Stülpnagel (XIII/190, 1885-1956) und seiner ersten Frau Dora, geb. v. Schütz (1887-1916), wurde am 7. Mai 1913 in Windhuk (damals: Deutsch-Südwestafrika) geboren. Nach dem Tode ihrer Mutter (1916) zog sie nach Deutschland, erlangte 1932 am Stettiner Lyzeum die Hochschulreife und studierte anschließend Zahnheilkunde in Berlin und Freiburg. Mit 23 Jahren legte sie ihr Staatsexamen ab und ließ sich als Zahnärztin in Prenzlau nieder. 1941 vermählte sie sich mit Dr. jur. Rolf Jansen. 

Ende April 1945 flüchtete sie mit ihren beiden Söhnen Heiko (geb. 1941 in Berlin) und Olaf (geb. 1943 in Prenzlau) von Prenzlau zunächst nach Schwerin und von dort aus unter großen Schwierigkeiten nach Lübeck, wo sie schließlich Anfang der 1950er Jahre eine eigene Zahnarztpraxis eröffnen konnte. Sie schloss sich – für damalige Zeit fast unerhört – dem Verband berufstätiger Frauen an und nahm an verschiedenen internationalen Kongressen teil.

Ursula starb am 24. Januar 1962 in Lübeck nach langer schwerer Krankheit auf der Höhe ihres Schaffens als Zahnärztin. 

Am 11. Oktober 1937 legte Ursula ihr medizinisches Doktorexamen mit dem Prädikat „Sehr gut“ ab (Thema ihrer Dissertation: Altersproportionen an Hirschschädeln)

Die erste Dissertation in der Geschichte der Familie von Stülpnagel fertigte eine Frau an: Ursula Jansen-v. Stülpnagel, geb. v. Stülpnagel. Am 11. Oktober 1937 legte sie in Greifswald ihr medizinisches Doktorexamen mit dem Prädikat „Sehr gut“ ab (Thema ihrer Dissertation: Altersproportionen an Hirschschädeln). Erst 20 Jahre später folgt mit Paul Joachim (XV/283, 1927- 2019) ein männliches Mitglied der Familie mit einer Promotion in Islamkunde (Dr. phil.).

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